Prophezeiung

Das ist ein relativ neues Gedicht. Ich habe es im Frühling 2012 geschrieben. Es heißt „Prophezeiung“ – und tatsächlich, die Vorhersagen dieses Gedichts scheinen regelmäßig einzutreffen. „Es findet zusammen, was zusammen gehört.“ Viel Vergnügen!

Prophezeiung

Zarten kindlichen Alters,
Sehnt sich heile die Welt
Nach dem Glück, seinem Glänzen und Siegen.
Doch da schellt es und knallt es,
Schrill, das Ziel unverfehlt,
Und die Welt kommt abrupt zum Erliegen.

Schwarz erzittern die Schluchten.
Es wird düster und kalt.
Zarte Wesen zerfalln unbehütet.
In verwunschenen Buchten
Toxisch schleimt ihr Gehalt,
Während ewige Nacht schreit und wütet.

Die apathischen Gründe,
Das verwüstete Land,
Staubzerfallene Wesen und Weiten.
Schwungvoll kreisend die Runde,
Im verwehten Gewand,
Todesgeister durch’s Dämmerlicht gleiten.

Doch ein purpurner Schatten
Streift den Himmel der Nacht,
Dieser ewigen Nacht, unergründlich.
Niemand mag dies erraten,
Keine Seele erwacht,
Zeit läuft ahnungslos fort, weich und gründlich.

Und in einer Sekunde
Dieser tödlichen Zeit
Diese sterbliche Zeit kommt zum Stehen.
Die erhabene Stunde,
Rau die Sphären entzweit,
Lässt die Nacht in dem Morgen zergehen.

Es erklingen die Namen,
Es fällt Wort über Wort,
Wüstes Stehlen ergießt sich im Geben.
Und es findet zusammen,
Was zusammen gehört.
Und die Welt aufersteht neu zum Leben.

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(2012)

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